Seminalplasmaspülung im GYNANDRON

Sind zwei oder mehrere IVF Versuche trotz Einsetzen “schöner” Embryonen erfolglos verlaufen, kann die Spülung des Gebärmutterhalskanals mit Seminalplasma kurz nach der Eizellentnahme die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen.
Wie kam es dazu: Wissenschaftler der Universität Heidelberg berichteten über einen neuen Ansatz zur Verbesserung der Einistung von Embryonen bei der künstlichen Befruchtung. Niemand weiß so genau, weshalb trotz sehr guter Bedingungen (junge Frau, gute Embryonenqualität) die Einnistung in einem großen Anteil der Fälle fehlschlägt. Die Heidelberger Wissenschaftler vermuten, dass bei der Reagenzglasbefruchtung der Kontakt mit dem Ejakulat des Mannes fehlt. Man vermutet eine aktive Rolle der Samenflüssigkeit (also der Flüssigkeit des Ejakulats, in dem die Spermien schwimmen) bei der Entstehung von Schwangerschaften. Auch italienische Wissenschaftler haben schon diese Beobachtung gemacht.
In einer im Februar 2008 erschienenen Publikation in einer bekannten amerikanischen Fachzeitschrift berichten die Heidelberger Forscher, dass sie mit der Seminalplasmaspülung bei 129 Patientinnen die Schwangerschaftsrate um 11,6 % erhöhen konnten.
(Intravaginal and intracervical application of seminal plasma in in vitro fertilisation or intracytoplasmatic sperm injection treatment cycles – a double blind, placebo-controlled, randomized pilot study. Michael von Wolff, Sterility and Fertility, Feb. 2008 online)