Intralipidinfusionen – bei Einnistungsversagen oder Aborten

Wenn bei IVF Versuchen Embryonen guter Qualität transferiert werden und es dennoch nicht zur Schwangerschaft kommt, spricht man von „wiederholtem Einnistungsversagen“.
Teilweise sind die Gründe dafür noch ungeklärt, wobei es verschiedene Therapieansätze gibt.
Manchmal kann ein sogenanntes „überreaktives“ Immunsystem einerseits für frühe oder späte Fehlgeburten als auch für das Implantationsversagen verantwortlich sein.
Als eine Therapiemöglichkeit bei „überreaktivem“ Immunsystem können Intralipidinfusionen zum Einsatz kommen.

Intralipid

ist eine auf Sojabohnenöl basierende Infusion, die intravenös verabreicht wird und eigentlich zur künstlichen Ernährung entwickelt wurde.

Wie wirkt Intralipid?

Der genaue Wirkungsmechanismus ist unbekannt. Intralipid wirkt jedoch immunologisch durch Unterdrückung der Killerzellen.
Jüngste Studien zeigten nach Einsatz von Intralipid eine Verbesserung der Einnistung der Embryonen und dadurch auch einen Anstieg der Geburtenrate.

Anwendung von Intralipid bei IVF

  • wiederholte frühe – oder späte Fehlgeburten
  • Störungen im Gerinnungssystem
  • immunologische Störungen
  • bestimmte Schilddrüsenstörungen (z.B. Hashimoto)

Verabreichung von Intralipid

Vorabklärung durch Blutabnahme: Blutfette und Leberenzyme (Transaminasen)

Es werden 2 Infusionen verabreicht.

Die erste Infusion im Vorzyklus einer IVF-Behandlung.
Die zweite Infusion im IVF-Zyklus am Tag der Eizellentnahme.
Die Intralipidinfusion wird über 60 – 120 Minuten verabreicht

Wenn eine Schwangerschaft eintritt, sollten die Infusionen alle 4 Wochen bis zur 12 Schwangerschaftswoche weitergeführt werden.

Die Kosten werden nicht von der Krankenkassa oder dem IVF-Fonds übernommen.